Der Republik Bern treu gedient im Glauben an die Würde und Freiheit

Mit dem Untergang des alten Bern, besiegelt durch die innere Zerrissenheit und Niederlage beim Grauholz am 5. März 1798, begann eine Zeit des politischen und militärischen Umbruchs. Mit dem Erlass eines Reglements für eidgenössische Kontingentstruppen zu Beginn der Helvetik zeigen sich die ersten Ansätze der Formierung einer eidgenössischen Armee.
Okkupation, die nachrevolutionären politischen Wirren sowie das faktische Ausbluten der Kampfwilligen auf den Schlachtfeldern Napoleons liess keine geordnete Weiterentwicklung zu.

Erst mit der Verabschiedung des ersten Gesetzes über die Militärorganisation der schweizerischen Eidgenossenschaft vom 8. Mai 1850 wurden Strukturen für die Landesverteidigung vorgegeben, die diese bis weit ins 20. Jahrhundert prägten.

Hierzu bedurfte es aber der schmerzlichen Erfahrungen fremdländischer Okkupationen, des Sonderbundskrieges sowie eines Bundestaates, der im Verteidigungswesen ordnend wirken konnte. Das heisst aber nicht, dass die Kantone in Zeiten des Staatenbundes in Sachen Landesverteidigung untätig blieben. In dieser Beziehung spielte Bern immer eine gewisse Vorreiterrolle.

Nach dem Wiener Kongress setzte sich beim Kriegsrat die Erkenntnis durch, dass zur Stärkung der Wehrbereitschaft das Schiesswesen reaktiviert werden müsse. Per Dekret vom 7. Juli 1818 wurde verordnet: «...In jedem Oberamt ist eine Amtsschützengesellschaft zu gründen. Jede Amtsschützengesellschaft hat pro Jahr mindestens zwei und die Unterabteilungen mindestens sechs Übungen abzuhalten. Es wird stehend mit freier Hand und nicht auf Gabeln geschossen auf eine Distanz von 500 Schuh.»

Aufgrund der kriegsrätlichen Anordnung ist noch im gleichen Sommer die Amtsschützengesellschaft Bern aufgestellt worden. Diese Milizformation diente der Republik Bern treu über die Gründung des Bundesstaates von 1848 hinaus. Erst mit der Einführung der eidg. Militärorganisation (1850) wurden ihre Dienste hinfällig. Sie lösten sich deswegen aber nicht auf sondern nannten sich bis zum heutigen Tag die «Stadtschützen von Bern».