Rütlischiessen 2018

Wir sind ein Volk, wir gehören zusammen.
Wir wollen entweder alle frei sein oder gemeinsam sterben.

Meine Reise startete mit dem Postauto Richtung Bern Bahnhof. Den ersten Zwischenhalt gab es bei einem Apéro beim Treffpunkt im Bahnhof. Unterdessen treffen immer mehr Schützen, vollgepackt mit den nötigen Schiessutensilien und in guter Stimmung dazu. Weiter geht es zum Gleis 6, wo das Örgeliquartet Blaulicht bereits in vollen Zügen einen rassigen Marsch spielte, was mir sehr gefiel.

Im Zug wurden wir mit Hobelkäse und Züpfe bestens Verpflegt, dass Anstossen auf die Rütlifahrt durfte dabei nicht fehlen. Währenddessen wurde von den erfahrenen Schützen über die Strategien zum Vorschieben, die Sonneneinstrahlung, Stellungen auf dem unebenen Boden usw. diskutiert. Für einen Rütlineuling wie mich, waren dies goldige Tipps. Nach einer Unterhaltsamen und kurzweiligen Fahrt, ging es über zum Car und letztendlich mit dem Schiff nach Brunnen.
Nach dem Bezug der Hotelzimmer, trafen wir uns im grossen Hotelsaal zum gemeinsamen Abendessen. Im Anschluss an das wunderbare Essen, gefolgt von Ansprachen und Dankesreden, bereitete sich jeder auf seine Art und Weise auf den kommenden Tag vor.

Am nächsten Morgen erreichten wir nach einer 10 minütigen Schifffahrt unser Ziel, darauf folgte ein kurzer Aufstieg zu Fuss auf die Rütliwiese. Neben dem bereits vorgängig aufgestellten Zelt der Stadtschützen, richteten wir unseren Platz ein.
Um mir ein Bild meiner Scheibe 4, dem Läger sowie der Umgebung machen zu können, begab ich mich zur Feuerlinie, die Schützen der ersten Ablösung standen schon bereit. Angespannt verfolgte ich die erste Ablösung eine Weile, merkte mir welche Tendenz die ersten 3 Schüsse haben und beobachtete den Ablauf. Die Schiesszeit erachtete ich weniger als Problem, vielmehr die Stellung in diesem Gelände, für mich war klar, dass dies nicht ganz einfach werden wird.
Bald darauf machte sich die Gruppe 2 der Stadtschützen Bern bereit, konzentriert gingen sie in die Wartezone um in der Ablösung 7 ihr Bestes zu geben. Nun sind wir an der Reihe, einen letzten Blick zurück ob alles dabei ist, Magazin, Kniendrolle, Schieber und Los geht’s. Nach einer kurzen Wartezeit konnte ich mich einrichten, trotzt dem unebenen, ungewohnten Boden, war die Stellung in Ordnung, der Nullpunkt gut.

Ich hoffte, dass ich genug vorgeschoben habe. Ein paar Rasten bei hoch, noch eine bei links. Die Anspannung war relativ gross, doch beim Kommando Feuer konzentrierte ich mich nur noch auf das Abdrücken und die Scheibe. Nach dem ersten Kurzfeuer, korrigierte ich erneut bei links und weiter ging’s. Bei der ersten Serie von 6 Schuss hatte ich ein weniger gutes Gefühl, sie war zum Glück in Ordnung. Zwischendurch blitze die Sonne hervor, was unter Umständen das Zielbild etwas verfälschen konnte. „Egal kann ich nicht ändern, noch einmal 6 Schuss sauber abdrücken und immer die Scheibennummer kontrollieren“. Auch diese Serie war in Ordnung, so konnte ich mich über ein gutes Resultat von 81 Punkten freuen.
Später nahm ich mir etwas Zeit um die wunderschöne Umgebung, die Sonne, Berge den See und die Landschaft zu geniessen, der Ort hatte schon etwas Magisches. Besonders in Erinnerung, bleibt mir die Begegnung mit Toni Brunner, wobei ein Schnupf nicht fehlen durfte.

Die Laune unter den Schützenkameraden war bestens, wir hofften auf den Sieg. Kameradschaftliche Debatten unter den Vereinen, über einen möglichen Sieg durften natürlich nicht fehlen. Bald darauf, erfolgte die freudige Nachricht, dass wir es geschafft haben und den Sieg unser Nennen können. Ebenfalls gelang der Gruppe 2 den sehr guten 7. Schlussrang, insgesamt ein sehr erfolgreicher Tag für uns.

Unterdessen vielen die letzten Schüsse auf der Rütliwiese im 2018, und bald darauf Versammelten wir uns zur Rangverkündigung. Dabei fühlte ich mich, wie in einer Arena. In der Mitte befand sich der Rütlisprecher, umringt von vielen Schützen, Helfer, Fans und Familienmitglieder. In diesem Moment, war ich stolz darauf ein Teil davon zu sein, auch als mir der Rütlibecher überreicht wurde.

Im Anschluss an die Rangverkündigung traten wir bereits die Heimreise an. Dabei durfte die Einweihung des Bechers nicht fehlen, dabei gab es nichts zu diskutieren, „so wird das gemacht“ erklärte mir Ueli Schmid.
Jetzt zähle ich mich auch zu einem von vielen Schützen, welche den Rütligeist erleben durfte und sich von diesem historischen Anlass mitreisen liess.

Ich danke meinen Schützenkollegen den Stadtschützen Bern, für all die schönen Momente in diesen 2 Tagen, für die Organisation und für die vorbildliche Art von Kameradschaft. Ich hoffe dass ich noch viele Jahre mit euch diesen tollen Wettkampf bestreiten darf.

Marco Nauer

 

30.12.2018 / Daniela Czekalla